Wissenschaftliche Basis
& Methodik

Der Fuel Calculator in SUPLiR basiert auf evidenzbasierten Richtlinien der Sporternährung und berechnet Kohlenhydratziele individuell aus physiologischen Profildaten. Diese Seite dokumentiert die zugrundeliegenden Algorithmen und wissenschaftlichen Quellen.

1. Berechnungsmethoden Fuel Engine v4

Der Algorithmus wählt automatisch die präziseste verfügbare Methode basierend auf dem Nutzerprofil:

Methode 1: FTP-basiert (Radsport)

Wenn ein FTP-Wert (Functional Threshold Power) hinterlegt ist, berechnet die Engine den tatsächlichen Energieverbrauch pro Stunde aus Watt und Wirkungsgrad:

Energieverbrauch
Watt = FTP × Intensitätsfaktor
kcal/h = (Watt × 3600) / (Wirkungsgrad × 1000)
// Wirkungsgrad ~23,5 % für trainierte Radfahrer
Kohlenhydratziel
Carbs/h = (kcal/h × Kohlenhydratanteil) / 4
// 4 kcal pro Gramm Kohlenhydrate

Methode 2: VO2max-Schätzung

Ohne FTP-Wert, aber mit VO2max, schätzt die Engine einen effektiven FTP:

FTP-Schätzung aus VO2max
FTPest = VO2max × Körpergewicht (kg) × 0,0115

Methode 3: Pacebasiert (Laufen)

Für Laufen wird der Energieverbrauch aus der 10km-Bestzeit abgeleitet – einem validierten Proxy für die aerobe Schwelle:

Pace-Berechnung
Renntempo (min/km) = 10km-Bestzeit / 10
Trainingspace = Renntempo × Intensitätsfaktor
kcal/h ≈ Körpergewicht (kg) × Geschwindigkeit (km/h) × 1,05

Methode 4: Tabellenwerte (Fallback)

Ohne Profildaten verwendet der Algorithmus konservative Tabellenwerte basierend auf Dauer und Intensitätsstufe (niedrig / mittel / hoch).

2. Intensitätszonen & Kohlenhydratanteil

Der Anteil der Kohlenhydrate am Gesamtenergieverbrauch (carbRatio) steigt mit der relativen Intensität (Watt/FTP). Dies entspricht dem physiologischen Crossover-Konzept, bei dem mit zunehmender Intensität Glykogen zunehmend die Fettoxidation als Primärsubstrat ablöst.

Zone Relative Intensität Max. extern empfohlen Physiologischer Hintergrund
Z1 / Z2 ≤ 70 % FTP 75 g/h Fettverbrennung dominiert; hohe externe Carb-Zufuhr nicht absorbierbar
Z3 71 – 82 % FTP 90 g/h Crossover-Zone; gemischte Substratnutzung
Z4+ > 82 % FTP Nutzer-Limit (carbCap) Kohlenhydrate dominieren; maximale Darmkapazität limitiert

3. Individuelle Darmtoleranz (carbCap)

Da die gastrointestinale Absorptionsrate individuell variiert und trainierbar ist, erlaubt SUPLiR die Konfiguration einer persönlichen Obergrenze (carbCap). Der Standardwert beträgt 60 g/h. Trainierte Athleten mit gut adaptiertem Darm können diesen Wert auf bis zu 120 g/h erhöhen.

Wissenschaftliche Grundlage: Der SGLT1-Transporter absorbiert Glukose mit maximal ca. 60 g/h. Für höhere Aufnahmeraten empfiehlt die Literatur eine Kombination aus Glukose (Maltodextrin) und Fruktose im Verhältnis 2:1, um zusätzlich den GLUT5-Transporter zu nutzen und gastrointestinale Beschwerden zu minimieren.

4. Koffein-System

SUPLiR berechnet ein individuelles Koffein-Tageslimit und verteilt koffeinhaltige Produkte im Plan nach evidenzbasierten Timing-Richtlinien:

5. Kohlenhydrataufnahme nach Dauer

Unabhängig von der Berechnungsmethode gelten folgende Mindestgrenzen:

6. Regeneration (Recovery)

Der Algorithmus empfiehlt nach der Belastung ca. 1,0 – 1,2 g Kohlenhydrate pro kg Körpergewicht, kombiniert mit 20 – 30 g Protein zur Unterstützung der Muskelproteinsynthese. Die Produktauswahl orientiert sich am eingelagerten Inventar des Nutzers und priorisiert Produkte mit der Kennzeichnung usage: "post".

Wissenschaftliche Quellen

MEDIZINISCHER HAFTUNGSAUSSCHLUSS

Diese App bietet Informationen zur Ernährungsplanung für gesunde Sportler und stellt keine medizinische Beratung dar. Die Empfehlungen basieren auf allgemeinen sportwissenschaftlichen Richtlinien und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt oder Ernährungsberater. Bitte konsultieren Sie einen Arzt, bevor Sie signifikante Änderungen an Ihrer Ernährung vornehmen oder wenn Vorerkrankungen (z. B. Diabetes, Stoffwechselstörungen, kardiovaskuläre Erkrankungen) bestehen. Koffein-Empfehlungen basieren auf Richtlinien für gesunde Erwachsene; bei Schwangerschaft, Stillzeit oder bekannter Koffeinempfindlichkeit gelten abweichende Grenzwerte.